JPO-Delegation in französischer Partnerstadt Estaires

Die Ochtruper Delegation in Estaires: v.l. Maximilian Stascheit, Jan-Hendrik Kappelhoff, Lars Mantke, Anna Löcker, Manfred Wiggenhorn, Florian Haverland, Michael Alfert und Birgit Stening

Die Ochtruper Delegation in Estaires: v.l. Maximilian Stascheit, Jan-Hendrik Kappelhoff, Lars Mantke, Anna Löcker, Manfred Wiggenhorn, Florian Haverland, Michael Alfert und Birgit Stening

Wenn Delegationen aus Ochtrup heute nach Estaires reisen, ist es mittlerweile selbstverständlich, dass sie dort  herzlich empfangen werden. Dass dies allerdings nicht immer normal war, daran erinnerten die Jugendparlamentarier Anna Löcker, Lars Mantke, Jan-Hendrik Kappelhoff, Florian Haverland und Maximilian Stascheit bei ihrem Besuch in der französischen Partnerstadt. Am 10./11. November 2014 begleiteten sie dort die Ochtruper Delegation bestehend aus der Ersten Beigeordneten Birgit Stening sowie den Verwaltungsmitarbeitern Michael Alfert und Manfred Wiggenhorn.

Nach einer Kranzniederlegung auf einem Friedhof, auf dem auch sechs deutsche Soldaten beerdigt wurden, verbrachten wir die Nacht in verschiedenen Gastfamilien in Estaires. Teilweise kannten sie
sich bereits, wird doch die Partnerschaft seit ihrer Gründung vor sieben Jahren stetig gepflegt und verbessert.

Direkt wurde uns deutlich, dass wir angekommen waren bei Freunden. Es wurde viel gelacht. Auch sprachliche Barrieren waren nach wenigen Minuten problemlos überwunden. Kaum vorstellbar, dass Menschen zweier verschiedener Nationen sich vor Jahren noch bekämpften und gegenseitig das Leben nahmen.

IMG_9710Bei einem Empfang durch Estaires Bürgermeister Bruno Ficheux wurde gemeinsam mit Fotos und Musik auf die Entsehung der mittlerwei le siebenjährigen Städtepartnerschaft zurückgeblickt. Die gemeinsame Erinnerung ging Franzosen wie Deutschen unter die Haut. Außerdem nahmen wir an einem Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges teil. Bei der anschließenden Gedenkveranstaltung las jeder von uns einen Namen von einem deutschen Soldaten vor, die im Krieg gefallen waren und auf einem französischen Friedhof beerdigt wurden. Es folgten 206 Namen französischer Soldaten. Alle waren allen in der 6.300-Einwohner-Stadt gestorben.

Am Nachmittag stand der Besuch zweier Ausstellungen über Estaires im Zweiten Weltkrieg auf dem Programm. Dabei suchten zahlreiche ältere Menschen insbesondere mit uns Jugendlichen das Gespräch. Menschen, die solch böse Erinnerungen an den Überfall der Deutschen im Zweiten Weltkrieg haben, dort viele Freunde und Verwandte verloren. Sie wollen nicht vergessen, sondern gemeinsam erinnern. Damit so etwas nie wieder passiert.

Hierzu macht Estaires Bürgermeister Bruno Ficheux auch beängstigende Beobachtungen, wie er uns erklärte: „Wenn ich mit Jugendlichen in IMG_9714Kontakt komme, stelle ich fest, dass immer mehr Jugendliche extremistisch werden“. Er sprach von Marie Le Pen und ihrer rechtsradikal aufstrebenden Partei. „Da habe ich als Bürgermeister eine
Verantwortung gegenüber den Jugendlichen.“ Denn bei den Jugendlichen liege seiner Meinung nach die Verantwortung für ein gemeinschaftliches Miteinander in Europa.

Entsprechend wichtig sind die guten internationalen Kontakte, insbesondere mit unseren Partnerstädten, für uns als Jugendparlament. Nach dem Ausflug der Delegation in die polnische Partnerstadt Wielun war dies die nächste erfolgreiche Aktion zum internationalen Austausch!

Quelle: Maximilian Stascheit, Tageblatt für den Kreis Steinfurt (Artikel leicht verändert übernommen)

Gruppenfoto Estaires

Vor der Kranzniederlegung am Denkmal: Florian Haverland, Jan-Hendrik Kappelhoff, Lars Mantke, Anna Löcker (2. Vorsitzende), Maximilian Stascheit (1. Vorsitzender)

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